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Das „neue“ Gehirn

Viele Eltern fühlen sich verunsichert oder sogar machtlos, weil sie nicht so richtig einordnen können, was genau in ihrem Kind vor sich geht.
Um verstehen zu können, was da eigentlich passiert, lohnt sich ein „Blick“ ins kindliche Gehirn – auf den Aufbau und die Aufgaben der einzelnen Teile. Das Gehirn ist in zwei Teile unterteilt: das emotionale Gehirn (fühlendes Gehirn) und das kognitive Gehirn (denkendes Gehirn).

Werfen wir einen Blick auf die Aufgaben des „neuen“ Gehirns:Das „neue“ Gehirn, der entwicklungsbiologisch jüngere Teil des Gehirns, ist der Neokortex. Er gibt dem Gehirn das typisch gefaltete Aussehen. Der Neokortex umschließt das limbische System wie eine Schutzhülle. Der Neokortex wird auch „kognitives Gehirn“, also „denkendes Gehirn“, genannt. Denn es arbeitet rational und präzise. Dieser Teil ist dafür da, dass der Mensch logisch denken, Vor- und Nachteile vergleichen oder die richtigen Worte finden kann. Bei Kindern also, das richtige Wort für das zu finden, was das Kind gerade möchte (Ball statt Bank), sich für die Hand voller Gummibärchen statt nur für drei Gummibärchen zu entscheiden oder auch, zuerst die Socken und dann die Schuhe anzuziehen. Und es hilft, nicht bei jedem Schatten gleich wegzulaufen, den wir sehen. Das denkende Gehirn hilft nämlich – und das ist anders als bei Tieren – einzuschätzen, ob tatsächlich eine Gefahr besteht. Schätzt es eine Situation als ungefährlich ein, können wir Menschen unsere Impulse beherrschen und nach dem ersten Schreck Ruhe bewahren.
Besonders entscheidend und hoch entwickelt ist der Bereich des denkenden Gehirns, der im Stirnbereich oberhalb der Augenhöhle angesiedelt ist: der präfrontale Kortex. Der präfrontale Kortex steuert die Funktionen, die uns Menschen ausmachen: wütende, aggressive Impulse steuern, uns länger auf eine Sache konzentrieren, die Zukunft planen, moralische und einfühlsame Entscheidungen treffen.

Caroline Göhring
 

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